Im Gemeindehaus Am Kirchplatz 7, in der Kirche (tgl. offen von 12 - 12.30 Uhr und sonntags von 10 - 11 Uhr)

und hier auf der Homepage finden Sie derzeit wöchentlich eine Passionsandacht zum Mitnehmen.

Machen Sie gerne davon Gebrauch - für sich und vielleicht auch Nachbarn und Bekannte.

 

Passionsandacht 1

Passionsandacht 2

 

Der Bischof unseres Sprengels, Tilman Jeremias, hat einen Brief an die Kirchengemeinden geschrieben.

Den Wortlaut finden Sie unter folgendem Link:

Bischofsbrief

 

Engel der Aufmunterung

Es gibt etwas Trost in dieser strengen Zeit, finde ich. Es ist nicht immer ein leichter Trost. Aber es sind auch schlimme, sogar außergewöhnlich schlimme Zeiten. Keine und keiner von uns hat jemals so etwas erlebt. Wir müssen äußerst streng sein, gerade mit uns selbst. Wir hören aus anderen Ländern, welche Qualen der Seele Angehörige und Trauernde durchleben müssen. Das ist schlimm. Auch für unsere Seelen.

Aber einen kleinen Trost gibt es doch, finde ich. Und der heißt: Niemand muss jetzt stark sein. Niemand muss so tun, als ob. Wir dürfen alle hilflos sein, ratlos – sogar schwach. Kein anderer Mensch kann von uns noch erwarten, dass wir immer alles können und alles regeln oder schaffen und immer einen guten Plan auf Lager haben.

Wir wissen einfach nicht. Wir leben von heute auf morgen und müssen nicht stark sein, auch nicht überlegen.

 

Das ist tröstlich, finde ich. Auch weil es uns allen so geht. Manche schauen sich scheu an, lächeln, drehen sich wieder weg und gehen auf Abstand – als wollten sie uns sagen: Ich weiß es doch auch nicht; aber ich muss ja …

Wie lange geht das noch?, fragen sich alle. Was müssen wir noch aushalten? Haben wir genug Strenge gegenüber anderen, den Kindern, den Alten – und vor allem gegenüber uns selbst? Wir wissen es nicht. Wir können es nicht wissen – niemand weiß es. Wir sind zu einer Gemeinschaft aus Hilflosen und Ratlosen geworden. So nehmen wir uns an die Hand, bildlich gesprochen. Wie in Zeiten der Engel.

 

Engel sind jetzt Aufmunterer. Engel in diesen Tagen sind die, die aufmuntern können – meistens leise, fast scheu, aber immer irgendwie verschmitzt.

Wie die alte Frau im Supermarkt vor ein paar Tagen. Alle, die einkaufen, stehen in gehörigem Abstand voneinander vor der Kasse. Die Kassiererin selber ist geschützt bis zur Unkenntlichkeit. Da sagt die alte Frau plötzlich, hörbar seufzend: „Jetzt bin ich doch schon so alt geworden – und trage dieses Ding hier vor Mund und Nase.“ Sie meint ihren Mundschutz und zeigt auch mit ihrer Hand darauf, die einen Handschuh trägt. Als sich dann alle zu ihr umdrehen, sagt sie: „Und wisst Ihr was? Ich will noch älter werden; und Ihr alle mit mir.“

Ein Lachen der Erleichterung geht durch die Reihe. Alle sind aufgemuntert von diesem Engel. „Ach Gott“, scheinen da alle zu denken – und auch wir seufzen still:

 

Ach Gott, den wir so oft nicht verstehen:

Mögest Du uns doch mehr von diesen Engeln schicken,

die ein munteres Herz haben und andere aufmuntern können.


 

Queres aus Quarantäne
10 Gebote für die Corona-Zeit

von Thorsten Latzel, Direktor Ev. Akademie Frankfurt

Das Wort „Quarantäne“ geht ursprünglich auf das lateinische Zahlwort quadraginta, „vierzig“, zurück. Es bezeichnete früher die vierzigtägige Isolation, die man im Mittelalter ab dem 14. Jahrhundert zum Schutz vor Pest und Seuchen über Reisende oder Schiffe verhängte - in Aufnahme alter biblischer Reinheitsvorschriften (3. Mose 12,1-8). Noch in den 1960er Jahren wurden in Deutschland bei Pockenausbrüchen infizierte Menschen zum Teil ohne medizinische Versorgung in Schullandheimen isoliert.

Während der Covid-19-Pandemie erleben wir gerade eine umfassende gesellschaftliche Quarantäne - mitten in der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir diese Zeit nicht depressiv als „Seuchen-Opfer“ erleiden, sondern aktiv und kreativ mit ihr umgehen. Und dass es gut ist, wenn die Pandemie das Beste von dem herausholt, was in uns steckt - so dass wir uns im Nachhinein vielleicht einmal über das „Gute im Schlechten“ wundern werden. Dafür kann die Fastenzeit als Zeit des Umdenkens und der Besinnung hilfreich sein.

Ein anderes Wort für Quarantäne im 19. Jahrhundert war Kontumaz, von lateinisch contumacia: „Trotz“, „Unbeugsamkeit“. Die Corona-Auszeit sollte so eine Zeit sein, in der wir Haltung zeigen. Fromm formuliert eine gute Mischung aus Nächstenliebe, Gottvertrauen und innerem Rückgrat.

Auf Martin Luther geht der schöne Gedanke zurück, dass ein glaubender Mensch jeden Tag „neue Dekaloge“ entwerfen könne. Deshalb hier ein Versuch:

10 Gebote für die Corona-Zeit

  1. Du sollst Deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe.
    Übe Dich in „liebevoller Distanz“. Auf Deine Gesundheit und die Deiner Mitmenschen zu achten, ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden.
  2. Du sollst nicht horten - weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gäste-Klo zu Hause.
  3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in Dir steckt. Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.
  4. Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fasten-Zeiten.
    Dafür gewinnst Du andere Freiheit hinzu. Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.
  5. Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit, gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon.
    Deshalb hör auf Fachleute, beruhige andere und schmunzele über Dich selbst.
    Da macht man erstmal nichts falsch und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei.
  6. Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz, als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, half Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge für einander. Das ist auch heute sicher hilfreich.
  7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden oder sterben.
    Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den Du selbst gern um Dich hättest.
  8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen - Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen. Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten.
    Das hilft nicht nur ihnen, sondern macht Dich auch selber frei.
  9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von Gott berufen.
    Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus Dir und anderen herausholt.
  10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.

 

 

 

Corona-Hilfe:

Wenn Sie älteren oder gefährdeten Menschen durch das Abnehmen einiger Tätigkeiten helfen wollen - natürlich unter Einhaltung der medizinischen und gesetzlichen Bestimmungen - melden Sie sich bitte im Gemeindebüro oder Pfarramt. Wir nehmen Sie in eine Liste auf und würden uns bei Hilfeersuchen bei Ihnen melden.

Ebenso mögen sich bitte auch die Menschen an uns wenden, die z.Z. auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Wir werden versuchen, diese Hilfe zu organisieren.