Über die Glocken vor 1900 ist kaum noch etwas bekannt. Ein Schreiben existiert noch über eine Glocke von 1516, die 1713 beim Brand zerstört wurde.

Vor dem Brand 1920 gab es drei Glocken. Zwei wurden im ersten Weltkrieg eingeschmolzen, die verbliebene ist 1920 beim Brand abgestürzt, ein Bruchstück ist noch im Gemeindebesitz. Das Jahr, in dem diese Glocke gegossen wurde, ist unbekannt. Die auf der Glocke verzeichneten Pastoren an St. Petri waren: 1. Dr. August Johann Kriebel von 1783- 1818, 2. Paul Martin Droysen von 1776- 1802

Über die Erfassung der Glocken im Jahr 1943 gibt es im Archiv eine Kopie:
Ort: Kirchplatz 7, Wolgast/ Pommern,Regierungsbezirk: Stettin

 

Ton Gewicht Jahr
A 3600 kg 1932
Cis 2000 kg 1925
E 1050 kg 1926
. Art der Aufhängung: In Glockenstube, wird schwingend geläutet
Beispielhaft die Inschrift der Glocke cis: Diese Glocke wurde beschafft anstelle der im Weltkrieg dem Vaterland geopferten, von der Kirchengemeinde Wolgast, Möge sie immerdar nur Friedenstöne erklingen lassen und möge ihr nie das Schicksal ihrer Vorgängerin beschieden sein. Ehre sei Gott in der Höhe Weltkrieg: 1914- 1918 Wenn ich ertöne, denkt Eurer Söhne, die Blut und Leben für euch gegeben. Gegossen von Gebrüder Ulrich, Apolda 1925

Inschrift der e-Glocke: Im Weltkrieg zerschlagen, um Waffen zu schmieden. Im Frieden erneuert, den Menschen zum Segen. Über der Heimat liegt Not und Leid, Herr lass mich künden bessere Zeit. Gegossen von Gebrüder Ulrich, Apolda 1925. Die Glocken wurden bis auf eine eingeschmolzen.

Die jetzigen Glocken:

Der Gemeindekirchenrat bestellte 1958 bei der Firma Schilling/Apolda drei neue Stahlglocken. Im Herbst 1962 wurden die drei Glocken in Morgenröte-Rautenkranz bei Aue gegossen und haben die Töne cis, e und fis. Die 1944 im Turm verbliebene Glocke wurde beim Ankauf des Stahlgeläuts in Zahlung gegeben und erklingt jetzt in St. Nicolai in Stralsund. Das Gewicht der großen Glocke ist mit 2800 kg (Durchmesser 187 cm) angegeben. Sie trägt die Inschrift "Lobe den Herren meine Seele" und klingt in "cis".  Die zweite Glocke mit dem Ton "e" wiegt 1550 kg und hat einen Durchmesser von 155 cm. Sie trägt die Inschrift "Lob sei Dir o "Christe". Die kleinste Glocke wiegt immerhin noch 1150 kg und hat einen Durchmesser von 135 cm. Sie klingt mit dem Ton "fis" und trägt die Inschrift "Komm Heiliger Geist, Herr Gott". Ein Lastzug brachte die drei Glocken von Apolda nach Wolgast. Das damalige Baugeschäft Sußmann hatte alle vorbereitenden Arbeiten am Turm ausgeführt, d.h. die Öffnung für den Aufzugsbalken gebrochen und die Mittelrippe im westlichen Turmfenster entfernt. Am Donnerstag, dem 30.Mai 1963, wurden die Glocken zur Probe geläutet. Am Pfingstsonntag 1963 wurde das jetzige Geläut durch den damaligen Bischof unserer Landeskirche, Dr. Dietrich Krummacher, in einem Festgottesdienst geweiht. Von dem Geläut musste die kleine Glocke stillgelegt werden, im Joch sind Risse.

 

Die Gemeinde beschloss im Jahr 2012, ein neues Geläut zu kaufen. In Kassel gab eine Gemeinde ihr vierstimmiges Geläut ab, welches dank einer Spende erworben werden konnte (es hat die Töne f'-g'-a'-b'). Im Spätherbst wurden die Glocken geholt und im Turmraum abgestellt. Der Einbau kann erst beginnen, wenn die erforderlichen Mittel (laut Angebot 60.000 €) durch Spenden bereit stehen.

 

 

 

Glocke ´dEine neue Glocke für St. Petri

Zu den bereits gekauften Glocken sollte eine weitere (mit dem Ton d`) neu gegossen werden.

  • Am 11.11.2016 erfolgte der Guss der Glocke "Dank" in der Glockengießerei der Fa. Bachert in Karlsruhe.

Zu diesem Ereignis war auch eine Delegation aus Wolgast zu der Traditionsfirma Bachert nach Karlsruhe gereist. An diesem Tag (traditionell erfolgt der Guss freitags um 15 Uhr, der Sterbestunde Jesu) wurden insgesamt 5 Glocken gegossen. Deshalb waren ebenfalls aus anderen Gemeinden Delegationen gekommen.